header

Ländliche Direktvermarkter aus der Region berichten von deutlich mehr Nachfrage nach hochwertigen Lebensmitteln

Frisch, saisonal, regional - und meist auch bio, das sind Produkte, die bei Direktvermarktern über die Ladentheke gehen. In der Coronakrise ist dieses Sortiment an hochwertigen Lebensmitteln offenbar deutlich mehr nachgefragt also sonst. Jedenfalls bestätigten drei regionale Direktvermarkter aus dem Umfeld der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) diesen Trend nachdrücklich.

„Unser Umsatz hat sich verdoppelt“, erklärt etwa die Biolandwirtin Bärbel Egbers. Neben Stammkunden kommen „viele neue Kunden“ in ihre zwei Hofläden„Querbeet“ in Oberaltertheim und Würzburg. Die Leute stehen teilweise in langer Schlange sogar bis auf die Straße an, berichtet sie. Allerdings hat sich auch ihr Personalaufwand verdreifacht, weil alle Kunden bedient und immer nur ein bis zwei Personen eingelassen werden. Die Landwirtin betreibt mit ihrem Mann Dieter seit 1981 einen Biohof in Oberaltertheim (Landkreis Würzburg) komplett ökologisch. Seit über sieben Jahren sind auch die Kinder David und Iris mit ihrem Mann Lorenz im Betrieb in Vollzeit mit dabei. Bewirtschaftet werden 165 Hektar Land, auf dem über 50 Sorten Gemüse, Getreide oder Kartoffel angebaut werden.

Seit 1990 gibt es den Naturlandhof und Bioladen Karg in Kronungen (Landkreis Schweinfurt). Auch hier ging der Umsatz seit der Coronakrise um fast 100 Prozent nach oben. Benedikt Karg: „Wir haben unsere Öffnungszeiten nicht verändert, aber es kommen mehr Kunden als bisher“. Zudem hat er beobachtet, dass Stammkunden mitunter mehr mitnehmen, wenn sie in den Laden kommen. Das ohnehin schon sehr breit angelegte Sortiment hat er deshalb nochmals erweitert. Neben Produkten aus eigener Herstellung wie z.B. Weizen, Dinkel, Kartoffel und Eier bietet er auch eine Vielzahl an Erzeugnissen von Bauern aus der Umgebung wie Honig, Nudeln, Äpfel, Gemüse oder Fleisch- und Wurstwaren an.

Ein anderes Vermarktungskonzept hat Thomas Haaf, der in Wittighausen (Landkreis Main-Tauber) einen 45 Hektar großen Biolandhof betreibt. Er hält seine Hennen in fünf Ställen, die Eier liefert er an fast 100 Abnehmer wie Wochenmärkte, Lebensmittelläden, Bäcker oder Gastwirte vor allem im Raum Würzburg, Main-Tauber und Bad Mergentheim. „Unsere Absatzzahlen sind enorm“, berichtet der Landwirt. „Wir machen derzeit ungefähr soviel Umsatz wie sonst nur vor Weihnachten“. Auch kommen mehr Privatkunden direkt auf den Hof, um die Bio-Eier mitzunehmen.

Über fehlende Wertschätzung seiner Arbeit kann sich Haaf nicht beklagen. Er erhält immer wieder „liebe Mails“, in denen Bemerkungen stehen wie „das sind die besten Eier“ oder „schön, dass es den Hühner bei euch so gut geht“. Selbst Postkarten von dankbaren Kunden sind ihm schon ins Haus geflattert. „Unsere Eier werden ganz bewusst gekauft“, ist sich Haaf sicher. Ähnlich sieht dies auch Benedikt Karg. „Jeder Landwirt, der seine Produkte selbst vermarktet, erlebt schon immer die Wertschätzung seiner Kunden“, berichtet er. „Ich bin jetzt ihr Fan geworden“, ließ ein begeisterter Neukunde auch Bärbel Egbers wissen.

Geschätzt werden in Coronazeiten insbesondere die Frische und hohe Qualität der angebotenen Lebensmittel, so Egbers weiter. „Die Menschen sind bewusster geworden, was sie sich auf den Teller laden“. Zudem, so ergänzt Benedikt Karg, werde wohl auch daheim mehr gekocht. „Die Leute können nicht mehr essen gehen und sind mehr zuhause“, vermutet er.

Links zu den Internetseiten der Direktvermarkter

Biohof Thomas Haaf Wittighausen     Naturlandhof Karg und Bioladen Kronungen      QuerBeet Biohofladen der Familie Kraus-Egbers - Mosmann Oberaltertheim und Würzburg

 

 

­