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16 Freizeitradler erlebten bei der KLB-Fahrradtour für Männer einen entspannten und informativen Tag auf ihren Drahteseln längs eines Rundwegs westlich von Schweinfurt.

Auf dem Programm standen Kunst und Kultur, Landwirtschaft und Landschaft, Passionsspielluft und frische Herbstluft. Kräftig in die Pedale treten hieß es dabei vor allem für die drei Männer, die sich ohne E-Motor auf die rund 60 Kilometer lange Strecke gemacht hatten. Doch da der Genuss und nicht die sportliche Leitung im Vordergrund stand, bewältigten alle die Route von Eßleben über Werneck nach Niederwerrn und Sömmersdorf und wieder zurück mit guter Laune und ohne Muskelkater.

Eingeladen zu dieser Radtour für Männer am Samstag, 5. Oktober, hatte die Katholischen Landvolkbewegung (KLB) und dabei „genüssliche Freizeitradler“ im Blick. Und so sollte die Tour auch nicht gleich mit kräftigen Tritten in die Pedale starten, sondern mit leckeren Marmeladehäppchen und Kürbis-Secco. Ja, so etwas gibt es und es schmeckt zudem noch lecker, wie alle feststellen konnten. Treffpunkt war nämlich der Hof von Herbert Keller und seiner Frau Edith, die 40 verschiedene Kürbis-Sorten anbauen. Zudem präsentierte Herbert Keller, der gemeinsam mit Bernhard Weisenberger die Leitung inne hatte, seine zweites Hobby: großformatige Holzsägearbeiten.

Gestärkt machten sich die 16 Männer auf den Weg Richtung Werneck. Da der Regen am Morgen aufgehört hatte, kamen alle frohen Mutes am dortigen Schloss an, wo sie Interessantes aus der Geschichte und Gegenwart des Barockbaus erfuhren. Errichtet wurde die ursprünglich als Sommerresidenz konzipierte Anlage im 18. Jahrhundert durch Balthasar Neumann als. Nach einem kurzen Stopp in der Schlosskirche ging es zunächst weiter nach Geldersheim, wo die Radfahrer die ehemalige Kaiserpfalz besichtigten, dann nach Niederwerrn zum Mittagessen, und schließlich nach Kronungen, wo der Naturlandhof Karg angesteuert wurde. Seit 1990 betreiben die Kargs in zweiter Generation Öko-Landbau. Neben Getreide werden Sojabohnen, Futterpflanzen, Kartoffeln oder Zwiebeln angebaut. Im Bauernladen auf dem Hof staunten die Radfahrer über das breit gefächerte Angebot wie Gemüse, Obst, Vollkornnudeln, Öl, Suppenhühner, Honig oder Dinkelkaffee. Fast alles, so versicherte Landwirt Benedikt Karg, kommt vom eigenen Hof oder von Ökobetrieben aus der Umgebung.

Höhepunkt der Radtour war der Besuch in Sömmersdorf, wo die Gruppe auch einen Blick hinter die Kulissen der Freilichtbühne werfen durfte, auf der alle fünf Jahre die Fränkischen Passionsspiele zu sehen sind. Zunächst jedoch fiel der Blick auf das neue Dach über den fast 2000 Zuschauerplätzen. Schriftführer Hubert Rüth berichtete vom Bau des Millionenprojekts, von aktuellen Entwicklungen und vor allem von der großen Passion der Sömmersdorfer für das biblisch motivierte Spiel, wirken doch 450 Einheimische mit, überwiegend als Laiendarsteller – bei einem Ort mit nicht mal 700 Einwohnern eine beeindruckende Zahl. Beeindruckt waren die Radler auch von der Bühne sowie den vielfältigen Gewändern und den teils blutigen Requisiten wie Dornenkrone oder Kreuze im Rückgebäude.

Nun hieß es nochmals kräftig strampeln, um wieder zurück nach Werneck zu kommen, wo in der dortigen Eisdiele die meisten der etwas durchgefrorenen Radfahrer lieber auf Käsekuchen und Kaffee setzten als auf einen Eisbecher. Am Ende der Rundfahrt waren sich alle Männer einig: Es war eine rundum gelungene Veranstaltung des Landvolks.

 

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