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„In der Diözese Kaolack weht seit dem Amtsantritt von Bischof Martin Boucar Tine ein frischer Wind, der auch unserer Partnerschaft gut tut“, berichtet Gerd Schneider, der mit einer sechsköpfigen Delegation der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) die Partnerdiözese im Senegal besucht hat.

„An sieben Tagen waren wir mit Bischof Martin zusammen“, erzählt der KLB-Diözesanvorsitzende aus Euerfeld begeistert weiter. Der Bischof äußerte dabei mehrfach seine Dankbarkeit für die Unterstützung der KLB und zeigte sich über die Partnerschafts-Aktivitäten gut informiert. Delegationsteilnehmer Otto Kram: „Es wurde deutlich, dass die Partnerschaft mehr denn je auf Augenhöhe läuft.“

Der 52jährige Bischof Martin ist seit November 2018 im Amt und gehört dem Orden der Eucharistiner an. Er beeindruckte die Würzburger Delegation durch seine Lebensfreude, Zielstrebigkeit, Unkompliziertheit und Spontanität. Auch in der Diözese Kaolack ist nach rund dreieinhalb Jahren Vakanz auf dem Bischofsstuhl die Freude über den neuen Bischof groß, so Schneider. Der Bischof sieht seine Aufgabe vor allem in der Unterstützung der Priester und in der Nachhaltigkeit von Projekten.

Die diesmal nur aus Männern bestehende Delegation hatte an den zwölf Besuchstagen ein arbeitsintensives Programm zu bewältigen. Wichtige Stationen waren dabei die Treffen mit dem deutschen Botschafter im Senegal, Stephan Röken, der Priestergemeinschaft UCS (Union Clericale Senegaliase) sowie der Katholischen Landvolkbewegung im Senegal (MARCS = Mouvement des Adults Ruraux Catholiques du Sénégal). Dabei wurde berichtet, dass es inzwischen zehn Ortsgruppen der MARCS in der Diözese Kaolack gibt. Schwerpunkte der Arbeit sind die Verbesserung der Situation der ländlichen Bevölkerung sowie die Optimierung von Anbau- und Zuchtmethoden.

Auch viele Projekte wurden besucht, wie etwa das Kleine Seminar, ein Internat für junge Männer, das von der KLB Würzburg jährlich mit rund 10 000 Euro unterstützt wird. Zu Gast war die Würzburger Delegation auch im Kinderkulturzentrum, das sich um Straßenkinder kümmert, oder im Zentrum für Kinder mit Behinderung, einigen Krankenstationen, in denen sich vor allem Ordensschwestern aufopferungsvoll um die Kranken kümmern, und zwei landwirtschaftlichen Ausbildungszentren der Caritas.

Besonders beeindruckt war die Delegation nach den Worten von Gerd Schneider von den Sorgen der Bauern im Tal von Ngom nördlich von Kaolack. Dort trennt ein Staudamm das Süß- vom Meerwasser. Rund 45 Landwirte aus den umliegenden Dörfern betreiben dort Reisanbau, die Lebensverhältnisse hatten sich seit dem Bau des Damms deutlich verbessert. Die 2006 von der Caritas erweitere Staumauer wird allerdings seit einigen Jahren immer durchlässiger, so dass die Existenz der Bauern bedroht ist. Aufgrund der Versalzung ist derzeit nur noch die Hälfte der rund 130 Hektar Anbaufläche nutzbar. Deshalb soll der Staudamm ausgebessert werden. Die KLB Würzburg überlegt, so der Diözesanvorsitzende, ob man sich an den Kosten für die Sanierung beteiligen kann.

Die Partnerschaft der KLB Würzburg mit der Diözese Kaolack besteht seit 1981, mit der MARCS seit 1996. Alle zwei Jahre fährt eine Delegation des Landvolks Würzburg in den Senegal. Zudem kommen jedes Jahr Priester aus dem Senegal nach Unterfranken.

Fotos: Otto Kram

 

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